Elternkreis Suchtabhängiger e.V. Deggendorf-Mainkofen-Niederbayern


Mein Sohn ist mit ca. 18 ½ Jahren süchtig geworden, zu einer Zeit, wo er bereits aus meiner Sicht begann sein Leben selbst zu gestalten. Er gab mir das Gefühl, mich zurück nehmen zu können, bzw. mich wieder mehr mir selbst und meiner beruflichen Laufbahn widmen zu können. Eines Tages kam dann der große Schock: Polizeirazzia, Drogen, Verhaftung... Ich war wie gelähmt, ein Wechselbad von Trauer, Angst, Verzweiflung und Wut. So weit so gut, nach dem Motto „das kriegen wir schon wieder hin“ bin ich in einen blinden Aktionismus verfallen. Ich habe alles in die Wege geleitet für eine Therapie, mich mit Behörden, Ärzten und natürlich mit meinem Sohn auseinandergesetzt. Doch irgendwann musste ich begreifen, dass ich machtlos bin.

Um nicht zusehen und ertragen zu müssen, wie sich mein Sohn immer weiter ruinierte, beschloss ich ihn sich selbst zu überlassen. Über ein Jahr zwischen Hoffnung und Verzweiflung dauerte es, bis er die ersten wirklichen Versuche des Ausstieges startete. Wie es sich weiter entwickeln wird, weiß ich nicht. Ich habe gelernt, weniger in die Zukunft zu planen, sondern auf Erfolge im Hier und Jetzt zu achten, vor allem aber möglichst gut für mich selbst zu sorgen. Der Elternkreis ist dabei eine gute Stütze. Ich kann jedem Betroffenen nur wärmstens empfehlen, diese Chance auch wahrzunehmen.

 

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